Pflege zu Hause oder im Heim – was ist die richtige Entscheidung?

Pflege zu Hause oder im Heim

Wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert und ein Mensch pflegebedürftig wird, stehen alle Beteiligten vor einer schwierigen Frage: Soll die Pflege zu Hause oder im Heim stattfinden? Damit Sie eine informierte Entscheidung fällen können, haben wir in unserem Pflegeratgeber-Artikel die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten zusammengetragen. Sie erfahren Wichtiges zum Aspekt Kosten und welche Alternative zum Pflegeheim beziehungsweise der klassischen Pflege zu Hause allein durch Angehörige sinnvoll sein kann.

Option 1: Pflege zu Hause durch Angehörige

Bei der Pflege zu Hause – auch häusliche Pflege genannt – bleiben pflegebedürftige Personen in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld. Pflege und anfallende Aufgaben im Haushalt übernehmen in der überwiegenden Zahl Familienangehörige oder sonstige Personen aus dem näheren sozialen Umfeld. Die Unterstützung erfolgt dabei ehrenamtlich. Als pflegebedürftig werden dabei Menschen eingestuft, denen die Fähigkeit, ihren Alltag zu selbstständig zu meistern, durch Krankheit oder Behinderung verloren gegangen ist – oft altersbedingt.

Klare Zahlen
Wenn es um die Entscheidung Pflege zu Hause oder im Heim geht, zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen eindeutigen Trend: Fast 3,5 Millionen Pflegebedürftige gab es Ende 2017 in Deutschland. Pflegeheime versorgten nur knapp ein Viertel davon, der Großteil der Betroffenen (76 %) wurde zu Hause gepflegt. Mehrheitlich kümmerten sich dort Angehörige ganz allein um die Pflege, in den übrigen Fällen übernahmen ambulante Pflegedienste ganz oder teilweise die pflegerischen Aufgaben.

Pflege zu Hause durch Angehörige – Pro und Contra

Vorteile Pflege zu Hause

  • Hohes MaĂź an Selbstbestimmung beim Tagesablauf
  • ErfĂĽllung individueller WĂĽnsche durch pflegende Angehörige
  • GefĂĽhl von Sicherheit und Geborgenheit durch vertraute Umgebung und Sozialkontakte
  • Belastung und Sorgen durch Umzug in ein Heim entfallen
  • Angehörige wissen, dass ihre Lieben gut versorgt sind
  • Befriedigung, lieben Menschen helfen zu können, bei Pflegenden

Nachteile Pflege zu Hause

  • Belastung der pflegenden Angehörigen (psychisch, finanziell und physisch)
  • Eventuell Kosten und Aufwand durch seniorengerechten Umbau der Wohnung und Schaffung von Barrierefreiheit
  • Angehörigen kann pflegerisches Fachwissen fehlen
  • Gefahr der Vereinsamung von Pflegendem und PflegebedĂĽrftigem

Kosten

Solide Zahlen zur finanziellen Mehrbelastung von Haushalten mit einem pflegebedürftigen Haushaltsmitglied fehlen derzeit noch. Auch hängen die Ausgaben von der jeweiligen Situation ab: Muss beispielsweise aufgrund verminderter Mobilität ein Treppenlift installiert werden oder sind für den pflegebedürftigen Senioren beziehungsweise die pflegebedürftige Seniorin alle wichtigen Räume ebenerdig erreichbar? Ist es notwendig, dass pflegende Angehörige ihre gut bezahlte Arbeitsstelle für die Pflege zu Hause aufgeben? Vor der Entscheidung Pflege zu Hause oder im Heim ist es hier sinnvoll, die einzelnen Faktoren einmal durchzurechnen:

  • Welche finanziellen EinbuĂźen und Belastungen hat die pflegende Person?

  • Welche finanziellen Ausgaben stehen fĂĽr die pflegebedĂĽrftige Person an?
  • Welchen Anspruch auf finanzielle UnterstĂĽtzung wie etwa Pflegegeld gibt es?

Tipp:
Neben der Auseinandersetzung mit den Finanzen sollten pflegende Angehörige auch daran denken, sich damit zu beschäftigen, was persönlich auf sie zukommt, und herausfinden, ob sie der Belastung der Pflege gewachsen sind. Hierzu haben wir den hilfreichen Beitrag „Angehörige pflegen“ inklusive Belastungsselbsttest verfasst.

Alternative: Rundum-Betreuung zu Hause

Bei der Rundum-Betreuung als Alternative zu Pflege zu Hause oder im Heim unterstützen Betreuungskräfte Pflegebedürftige im Alltag

Eine Alternative zur klassischen Betreuung und Pflege zu Hause oder im Heim kann die sogenannte Rundum-Betreuung und Pflege sein: Betreuungskräfte, meist aus Polen oder einem osteuropäischen Land, wohnen mit der pflegebedürftigen Person unter einem Dach und entlasten individuell durch Hilfe im Alltag. In der Regel übernehmen sie anfallende Aufgaben im Haushalt, kümmern sich um die Haut- und Körperpflege des Pflegebedürftigen, fördern und unterstützen eine aktive Freizeitgestaltung und stellen eine optimal auf Bedürfnisse und Gesundheitszustand abgestimmte Ernährung sicher.

Die PROMEDICA Alltagsbetreuung bietet Ihnen diese Form der häuslichen Betreuung als individuelles Entlastungssystem und Alternative zur herkömmlichen Pflege zu Hause oder im Heim an. Sie entscheiden, in welchen Bereichen Sie genau Unterstützung benötigen und über welche Qualifikationen Ihre Betreuungskraft speziell verfügen soll. Wir übernehmen alles Weitere und stehen auch im gesamten Betreuungszeitraum an Ihrer Seite. Angehörige finden so wieder Zeit für sich und ihre eigenen Aufgabenbereiche. Pflegebedürftige werden individuell umsorgt und betreut, können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und ihre bisherigen Routinen und Freiheiten weiter genießen.

Sie haben konkrete Fragen zum Thema Pflege oder möchten Informationen über die Promedica Alltagsbetreuung erhalten?

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Option 2: Pflege in einem Pflegeheim

Entscheiden sich Angehörige nach Überlegungen zur Pflege zu Hause oder im Heim für eine Unterbringung in einem Pflegeheim, bedeutet dies Betreuung und Versorgung durch professionelle Fachkräfte in einer speziellen Einrichtung. Dort können pflegebedürftige Personen einen Teil des Tages verbringen genauer gesagt nur über Nacht bleiben. Dies bezeichnet man als teilstationäre Pflege. Wohnen Senioren dauerhaft dort, nutzen sie die vollstationäre Pflege.

Altenheim & Pflegeheim – der Unterschied
Während in einem Alten- oder Seniorenheim das Wohnen in Gemeinschaft mit anderen Seniorinnen und Senioren im Vordergrund steht, nimmt ein Pflegeheim in der Regel pflegebedürftige Menschen auf, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands speziell (medizinisch) umsorgt und betreut werden müssen.

Pflege zu Hause durch Angehörige – Pro und Contra

Vorteile Pflege in einem Pflegeheim

  • Pflege und Versorgung durch qualifiziertes Personal und Pflegekräfte mit umfangreichem Fachwissen
  • Hilfsmittel fĂĽr die Pflege sind vorhanden, Angehörige ersparen sich die Anschaffung beziehungsweise Beantragung
  • Entlastung und Freiraum fĂĽr Angehörige
  • Kontaktmöglichkeiten und Gesellschaft durch andere Pflegeheimbewohner
  • Häufig Angebot an verschiedenen Aktivitäten zur Freizeitgestaltung
  • Rund-um-die-Uhr-Betreuung

Nachteile Pflege in einem Pflegeheim

  • Oft wenig Zeit fĂĽr individuelle Betreuung aufgrund von Personalmangel
  • Meist vorgegebener, fester Tagesablauf, der individuellen BedĂĽrfnissen vielleicht zuwiderläuft
  • Mögliche Belastung durch Anpassungsleistung an neue Regeln, Routinen, Personen, Umgebung o. Ă„.
  • Wenig private RĂĽckzugsmöglichkeiten – oft steht dafĂĽr nur das eigene Zimmer zur VerfĂĽgung
  • Ein gutes Pflegeheim zu finden, kann schwierig sein
Rollstuhl mit Frau auf Bett im Hintergrund – Pflege zu Hause oder im Heim: Individualität oder Anpassung

Ob die Pflege zu Hause oder im Heim stattfindet kann über eigene Abläufe oder Anpassung an fremde entscheiden

Kosten eines Pflegeheimplatzes

Beschäftigen Sie sich mit der Frage Pflege zu Hause oder im Heim, sind natürlich die finanziellen Aspekte meist sehr wichtig. Die Kosten, die für eine Unterbringung im Pflegeheim anfallen, sind unterschiedlich. Sie hängen unter anderem von der Ausstattung der Einrichtung und der personellen Besetzung ab. Auch die Immobilien- beziehungsweise Grundstückspreise vor Ort spielen eine Rolle. Grundsätzlich setzen sie sich aus vier Posten zusammen:

  • Kosten fĂĽr die Unterbringung, also die Unterkunft, aber auch beispielsweise deren Reinigung
  • Kosten fĂĽr die Verpflegung, sprich Essen und Trinken
  • Investitionskosten: die umgelegten Kosten fĂĽr Instandhaltung, Modernisierung, Um- oder Ausbau der Einrichtung
  • Pflegekosten: die Kosten fĂĽr die Erbringung von Pflegeleistungen

Bei den Pflegekosten zahlt die Pflegekasse einen bestimmten Betrag. Dieser ist abhängig vom Pflegegrad und reicht von 125 Euro (Pflegegrad 1) bis 2.005 Euro (Pflegegrad 5). Die häufig vorhandene Differenz zwischen diesen Leistungen und den Pflegekosten des Heims müssen Sie selbst übernehmen. Reichen Einkommen und Vermögen nicht für die Investitionskosten, können Sie in manchen Bundesländern ein sogenanntes Pflegewohngeld beantragen. Außerdem wichtig zu wissen vor der Entscheidung Pflege zu Hause oder im Heim: Bei Seniorinnen oder Senioren, die trotz Pflegeleistungen und Pflegewohngeld die Kosten eines Pflegeheimplatzes nicht bestreiten können, springen die Sozialämter ein.

Laut dem Verband der Ersatzkassen betrug der monatliche Eigenanteil von Pflegeheimbewohnern an den Gesamtkosten im Juli 2020 bundesweit je nach Ausstattung und Extraleistungen durchschnittlich 2.015 Euro.

Exkurs: Wie finde ich ein gutes Pflegeheim?

Ist die Entscheidung bei der Frage Pflege zu Hause oder im Heim für ein Pflegeheim gefallen, möchte man sich selbst oder seine pflegebedürftigen Angehörigen natürlich gut umsorgt wissen. Gerade vor dem Hintergrund immer wiederkehrender Berichterstattung über Missstände in Pflegeeinrichtungen. Auf der Suche nach einem geeigneten Pflegeheimplatz sollten Sie folgende Ratschläge beachten:

  • Sprechen Sie, wenn möglich, mit aktuellen Bewohnern beziehungsweise deren Angehörigen
  • Beobachten Sie bei einem Besuch, wie das Personal mit den Bewohnern umgeht
  • Schauen Sie sich die Räumlichkeiten an, sind sie sauber und freundlich? Riecht es gut?
  • Lassen Sie sich von der Heimleitung ausfĂĽhrlich zu allen Kosten und Leistungen informieren und alle Fragen, die Sie noch haben, beantworten.

Manche Pflegeheime bieten auch ein sogenanntes Probewohnen an. Hier können potenzielle Bewohner über einen kürzeren Zeitraum testen, ob ihnen das Heim zusagt.

Senioren backt mit Ihrer Tochter, eine Unterstützung bei der Pflege zu Hause durch mehrere Angehörige

Bei der Rundum-Betreuung als Alternative zu Pflege zu Hause oder im Heim unterstützen Betreuungskräfte Pflegebedürftige im Alltag

Die PROMEDICA Alltagsbetreuung bietet Ihnen diese Form der häuslichen Betreuung als individuelles Entlastungssystem und Alternative zur herkömmlichen Pflege zu Hause oder im Heim an. Sie entscheiden, in welchen Bereichen Sie genau Unterstützung benötigen und über welche Qualifikationen Ihre Betreuungskraft speziell verfügen soll. Wir übernehmen alles Weitere und stehen auch im gesamten Betreuungszeitraum an Ihrer Seite. Angehörige finden so wieder Zeit für sich und ihre eigenen Aufgabenbereiche. Pflegebedürftige werden individuell umsorgt und betreut, können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und ihre bisherigen Routinen und Freiheiten weiter genießen.

Sie haben konkrete Fragen zum Thema Pflege oder möchten Informationen über die Promedica Alltagsbetreuung erhalten?

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Pflege zu Hause oder im Heim –
die richtige Entscheidung treffen

Manche Pflegeheime bieten auch ein sogenanntes Probewohnen an. Hier können potenzielle Bewohner über einen kürzeren Zeitraum testen, ob ihnen das Heim zusagt.

Erwachsene Tochter und Senior betrachten auf einem Notebook Möglichkeiten der Pflege zu Hause oder im Heim

Bei der Entscheidung Pflege zu Hause oder im Heim sollten gemeinsam alle Möglichkeiten in Ruhe bedacht werden

Grundsätzlich sollten Sie sich bei der Entscheidung Pflege zu Hause oder im Heim Zeit lassen – informieren Sie sich in Ruhe und wägen Sie alle Eventualitäten und Optionen ab. Natürlich ist es wichtig, dass die Wünsche und Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person beachtet und gehört werden. Schließlich muss vor allem sie mit den Konsequenzen der Entscheidung leben. Denken Sie aber auch an alle anderen Beteiligten: Wie geht es der Familie mit der Entscheidung? Fühlen sich Angehörige der Belastung, selbst zu pflegen, gewachsen? Sind Sie gerne dazu bereit? Hilfreich kann es zudem sein, sich bewusst zu machen: Die Bewertung der Optionen Pflege zu Hause oder im Heim kann je nach eigener Stimmung und Lage unterschiedlich ausfallen. Mehrere zeitlich auseinanderliegende Gespräche mit allen Betroffenen können deshalb sinnvoll sein.

Und zu guter Letzt: Bleiben Sie offen. Vielleicht ist die Pflege zu Hause durch Angehörige im Moment genau das Richtige, die Option Pflegeheim aber zu einem späteren Zeitpunkt passend. Und wenn Sie sich für die Pflege zu Hause entscheiden, aber später feststellen, dass Sie doch Hilfe von außen benötigen – die PROMEDICA Alltagsbetreuung ist jederzeit für Sie da.

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