Angehörige pflegen

Balance zwischen Fürsorge, Pflicht und Selbstschutz

Wenn ein unerwarteter Pflegefall eintritt, tauchen viele Fragen auf: Wo bekomme ich Pflegewissen her? Was muss ich organisieren? Wie hoch ist die Belastung und kann ich überhaupt selbst pflegen? Ich will, dass mein Familienmitglied gut umsorgt ist, aber muss ich zwangsweise selbst pflegen oder geht meine eigene Gesundheit vor? Wie verhindere ich ein schlechtes Gewissen?

Für viele Menschen bedeutet die Pflege Angehöriger folgendes: eine komplizierte Balance zwischen der Liebe für Ihre Angehörigen, dem Gefühl der Verpflichtung ihnen gegenüber und dem Wunsch nach eigenem Fortbestehen der Unabhängigkeit oder dem Erhalt physischer sowie mentaler Gesundheit. Sie stehen vor einer für Sie zunächst großen Hürde und müssen Entscheidungen treffen.

Mit dem Promedica Pflegeratgeber möchten wir Ihnen helfen und pflegende Angehörige allumfassend informieren. Sie erfahren durch den Belastungs-Selbsttest, ob Sie selbst die Pflege übernehmen können.

Außerdem finden Sie hier Informationen und einen Musterantrag, um Unterstützungsleitung der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen. Durch die Pflegekasse können Sie Pflegegeld oder Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen. Das Pflegegeld dient als Unterstützung des pflegenden Angehörigen und wird durch das betreute Familienmitglied weitergeleitet. Dabei handelt es sich nicht um Einkommen und darf auch nicht so angerechnet werden. Auf unseren Seiten finden Sie auch Informationen darüber, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Angehörige pflegen.

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Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in Deutschland

Von den rund 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden ca. 76 % zu Hause versorgt. Davon ca. 51,7 % durch Angehörige und 24,3 % zusammen mit oder durch ambulante Pflegedienste. Es gibt daher schätzungsweise ca. 4,7 Millionen pflegende Angehörige, da sich in der Regel mehrere Personen gemeinsam um die Pflege eines Angehörigen kümmern.

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Pflegegrade – welchen Pflegegrad hat mein Angehöriger?

Bei einem plötzlichen Pflegefall fragen sich Angehörige, welchen Pflegebedarf Ihre Liebsten nun haben. Das bisherige System der Pflegestufen wurde 2017 durch die neuen Pflegegrade abgelöst. Die Pflegegrade bestimmen, welche Leistungen pflegebedürftige Menschen von der Pflegeversicherung erhalten. Erfahren Sie hier alle nötigen Informationen über die verschiedenen Einstufungen der Pflegegrade und wie Sie diese beantragen.

Es gibt folgende Pflegegrade:

  • Pflegegrad 1: Geringe Einschränkung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Einschränkung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Einschränkung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: Schwerste Einschränkung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Einschränkung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen der pflegerischen Versorgung

Pflegeformen – welche Art der Pflege ist die richtige?

Umfrage

Natürlich stellt sich eine Frage direkt am Anfang: Welche Form der Pflege eignet sich am besten? Selbstverständlich hängt dies vom Betreuungsbedarf der pflegebedürftigen Person ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Folgende Pflegeformen sind die häufigsten:

  • Häusliche Pflege durch Angehörige
  • Häusliche Pflege mit Unterstützung
  • Kurzzeitpflege
  • Pflegedienst
  • Pflegeheim

Informieren Sie sich deshalb umfassend über die verschiedenen Pflegeformen, um die ideale Betreuungssituation für Ihre Angehörigen zu finden. Bei Promedica informieren wir Sie auch gerne kostenlos und unverbindlich, um Ihnen die ersten Schritte in Richtung Pflege zu erleichtern.

Eine Umfrage von Promedica (2017) zeigt, dass Ärzte die Pflege zu Hause der Pflege in einem Pflegeheim vorziehen.

Sie haben konkrete Fragen zum Thema Pflege oder möchten Informationen über die Promedica Alltagsbetreuung erhalten?

Wir informieren Sie in einem kostenlosen und unverbindlichen Gespräch:

0800 200 223 02

24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche

Aufgaben in der Pflege

Die notwendigen Aufgaben, die zur Pflege dazugehören, richten sich nach dem Betreuungsbedarf der pflegebedürftigen Person. Hier können Sie einen Eindruck erhalten, welche möglichen Aufgaben bei der Pflege anfallen können. Alle aufgeführten Aufgaben können auch von den Alltagsbegleitern von Promedica übernommen werden:

  • Einnahme von Medikamenten überprüfen

o Als Einkaufshilfe
o Begleitung zum Arzt
o Begleitung zu amtlichen Terminen
o Begleitung zu Therapien
o Begleitung beim Spazieren gehen

  • Haushaltshilfe für Senioren
  • Putzhilfe
  • Hilfe bei der Ernährung im Alter & Nahrungszubereitung
  • Bügelhilfe
  • Leichtere Gärtnerarbeiten und Pflanzenpflege
  • Haustiere versorgen

Hilfsmittel zum täglichen Verbrauch

Findet die Pflege in der eigenen Wohnung, bei Verwandten oder in einer Wohngemeinschaft statt, hat man eventuell Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Informieren Sie sich, wie Sie die Hilfsmittel zum Verbrauch erhalten. Diese sollen das Leben von pflegebedürftigen Personen erleichtern und ihnen ein selbstständigeres Leben ermöglichen. Außerdem sollen sie die Betreuung und Pflege für die Pflegeperson erleichtern. Unter den nötigen Voraussetzungen werden bis zu 40 Euro monatlich pauschal übernommen.

Barrierefreies Wohnen

Bei einer Pflege im eigenen Zuhause muss je nach Pflegebedarf eine gewisse Barrierefreiheit geboten sein. In Deutschland gibt es dafür spezielle Vorschriften, die festlegen, wie groß beispielsweise Bewegungsflächen und Durchgänge sein müssen, um eine möglichst selbstständige Fortbewegung zu ermöglichen. Kleinere Umbaumaßnahmen erleichtern den Pflegebedürftigen den Alltag schon oft erheblich. Je nach Pflegegrad und Bedarf, werden Maßnahmen zur Barrierefreiheit mit einem Zuschuss von bis zu 4000 Euro gefördert. Was Sie beim Umbau zum barrierefreien Wohnen beachten müssen, erfahren Sie bei uns.

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Angehörige pflegen: Selbsttest − kann ich selbst pflegen?

Um herauszufinden, ob Sie Ihre Angehörigen selbst pflegen können oder ob Sie sie weiterhin pflegen können, sollten Sie sich folgende Aussagen anschauen und entscheiden, ob Sie zustimmen oder nicht:

  • Ich fühle mich selbst erschöpft und krank.
  • Mir macht nichts mehr Freude.
  • Ich habe keine Zeit mehr für andere Dinge.

  • Ich bekomme keine Unterstützung von anderen Familienangehörigen.
  • Ich habe wenig Geduld mit dem gepflegten Angehörigen.
  • Ich möchte mich mehr mit anderen Pflegenden austauschen.
  • Ich fühle mich alleine gelassen.
  • Ich bin mit meiner Lebenssituation unzufrieden.
  • Ich bin emotional sehr empfindlich geworden und breche schnell in Tränen aus.
  • Abends abschalten fällt mir sehr schwer.
  • Es fühle mich mit den vielen Entscheidungen, die ich treffen muss, überfordert.
  • Meiner Familie gegenüber verhalte ich mich oft ungeduldig und genervt.
  • Mein Angehöriger zeigt mir gegenüber keine Dankbarkeit.
  • Meine finanzielle Lage wurde durch die Pflege meines Angehörigen erschwert.
  • Ich fürchte, dass ich die Pflege auf Dauer nicht schaffe.

Wenn die meisten Aussagen auf Sie zutreffen, sollten Sie in Erwägung ziehen, sich für die Pflege professionelle Hilfe zur Seite zu holen. Denn Ihre Gesundheit ist genauso wichtig, wie die Ihrer Angehörigen. Auf Dauer laufen Sie Gefahr, durch die seelische und körperliche Überlastung selbst zu erkranken, wenn Sie Ihre Angehörigen alleine pflegen.

Überfordert als pflegender Angehöriger

Alle Menschen möchten Ihre Liebsten gut und sicher versorgt wissen, wenn sie es selbst nicht mehr können. Die Pflege im eigenen gewohnten Umfeld ist nachweislich besser für die Betroffenen als eine Betreuung in einem Pflegeheim. Viele übernehmen die Pflege ihrer Angehörigen selbst und stoßen nach einiger Zeit an ihre Grenzen. Denn die Betreuung und Pflege einer Person kann sehr zeitintensiv und kräftezehrend sein.

Je nachdem, wie sehr die pflegebedürftige Person eingeschränkt ist, bedeutet das für die pflegende Person eine enorme Umstellung des eigenen Alltags. Berufstätige müssen Zeit finden, ihre Angehörigen vor oder nach der Arbeit zu versorgen. Viele Pflegende gehen aus Zeitmangel keinem Beruf mehr nach oder arbeiten nur wenig, um sich voll und ganz um ihre Angehörigen kümmern zu können.

Die Pflegeversicherung unterstützt pflegende Familienmitglieder, zum Beispiel in Form von Pflegesachleistungen, Beiträgen zur Rentenversicherung und finanzieller Unterstützung (Pflegegeld). Das Geld wird als finanzielle Anerkennung den Angehörigen gezahlt.

Das belastet pflegende Angehörige

Anteil der Hauptpflegepersonen, die dieser Beschreibung zustimmen in Prozent

Pflegeperson würde gern mehr schlafen 38 %
Als Pflegender in der Rolle gefangen 29 %
Pflege wirkt sich negativ auf Freundschaftsverhältnisse aus 23 %
Pflege zu anstrengend 20 %
Zukunfts- und Existenzängste 19 %
Schlechtes Gewissen, der Pflege nicht gerecht zu werden 15 %
Tätigkeiten mit Scham- oder Ekelgefühlen 14 %

Das eigene soziale Umfeld, darunter Kinder, Ehepartner und Freunde, leiden unter dem Zeitmangel und dem emotionalen Zustand des Pflegenden, was sich wiederum zu einer Doppelbelastung entwickeln kann. Das alles kann sich in der Gesundheit der Pflegeperson manifestieren. Deshalb ist es für die pflegenden Personen sehr wichtig, rechtzeitig Unterstützung zu erhalten − sei es durch weitere Angehörige oder durch einen professionellen Pflegeanbieter. Wir beraten Sie gern zu den Möglichkeiten, die Sie bei der Pflege entlasten.

Herzen grafik - Promedica
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Entlastung von der Pflege

Damit auch pflegende Angehörige mal zur Ruhe kommen und sich erholen können, bieten Pflegekassen die Verhinderungspflege an. Pflegepersonen haben einen Anspruch auf maximal sechs Wochen Urlaubszeit, in der die Pflege durch eine Einrichtung oder einen Dienst übernommen wird. Informieren Sie sich dazu über die Leistungen und Voraussetzungen bei Ihrer Pflegekasse. Wir empfehlen, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, denn jeder braucht Erholung, um neue Kräfte sammeln zu können. Wenn Sie nach oder während der Pflege aus eigener Hand eine weitere Unterstützung suchen, stehen wir Ihnen gerne für eine Beratung zur Verfügung. Auch hier können Sie die Pflegeleistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen.

Versuchen Sie sich außerdem klare Freiräume zu schaffen, indem Sie einen Wochenplan aufstellen. Halten Sie damit konkrete Zeiten fest, in denen Sie Ihre Angehörige pflegen und die anstehenden Aufgaben ausführen (sofern Ihr Angehöriger keine Vollzeit-Betreuung braucht).

Das schafft sowohl für Sie als auch für Ihren Angehörigen eine gewisse Struktur.

Alternativ können Sie eine 24 Stunden Betreuung, wie die der PROMEDICA Alltagsbetreuung, beauftragen, sich um Ihre Liebsten zu kümmern. Die Leistungen der Alltagsbegleiter erstrecken sich unter anderem auf Haut- und Körperpflege, Haushaltshilfe, Einkaufshilfe und Freizeitgestaltung. Damit wissen Sie Ihre Verwandten in guten Händen und haben selbst wieder mehr Zeit für sich. Das gibt Ihnen und Ihrem Umfeld eine Menge Lebensqualität zurück. Je nach Pflegegrad und Pflegeumfang, können Sie dabei entscheiden, wie viel Unterstützung Sie durch die Alltagsbetreuung benötigen.

Holen Sie sich die nötige Pflegehilfe. Informieren Sie sich bei uns über die Möglichkeiten der Betreuung zu Hause!

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